Insolvenzrecht für Gläubiger

Die Insolvenzeröffnung eines persönlichen Schuldners ist für fast alle Gläubiger durchweg ein großes Ärgernis. Die Insolvenzordnung sieht in diesem Zusammenhang weitreichende Befugnisse des eingesetzten Insolvenzverwalters vor, vor Insolvenzeröffnung geleistete Zahlungen durch die sogenannte Insolvenzanfechtung zurückzufordern. Nachdem der Gläubiger bereits einen sehr langen Weg von der Titulierung der Forderung bis über dessen Zwangsvollstreckung hinter sich hat, sieht er sich nun mit dem Problem konfrontiert, dass alles möglicherweise vergebens war und er darauf verwiesen ist, erhaltene Zahlungen des Insolvenzschuldners an den Insolvenzverwalter zurückzuleisten, im Gegenzug allerdings seine Forderung zur Insolvenztabelle anmelden kann.

Letzteres ist hinsichtlich der regelmäßig erwirtschafteten niedrigen Quote nur ein schwacher Trost.

Erhalten Sie ein solches Schreiben eines Insolvenzverwalters, lohnt es sich jedoch rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen. Zwar sind die Befugnisse des Insolvenzverwalters zur Insolvenzanfechtung sehr weitreichend, da zugunsten des Insolvenzverwalters eine ganze Vielzahl gesetzlicher Fiktionen hinsichtlich der Insolvenzanfechtungsvoraussetzungen eingreifen, jedoch handelt es sich zum Teil um widerlegliche Vermutungen, so dass unter Aufarbeitung des jeweiligen zugrunde liegenden Sachverhalts ein von der gesetzlichen Fiktion abweichendes Prüfungsergebnis ermittelt werden kann, aufgrund dessen eine Strategie für eine erfolgversprechende Verteidigung gegen die Anfechtung des Insolvenzverwalters möglich erscheint.

Darüber hinaus empfiehlt es sich eine rechtliche Beratung und Vertretung bei der Anmeldung von Insolvenzforderungen in Anspruch zu nehmen. Oftmals bestreiten Insolvenzverwalter pauschal die angemeldete Forderung beispielsweise mit der Begründung „mangels Nachweisen”. Dabei wird seitens verschiedener Insolvenzverwalter übersehen, dass die Forderung von Amts wegen zu prüfen ist, was nichts anderes bedeutet, dass der Insolvenzverwalter vom jeweiligen Insolvenzschuldner Auskünfte einholen muss. Dies wird von verschiedenen Insolvenzverwaltern missachtet. In solchen Fällen kann ein außergerichtliches Anschreiben bereits dazu führen, dass der Insolvenzverwalter die Forderung zur Insolvenztabelle feststellt.

Gerade bei sehr hohen Forderungen empfiehlt es sich darüber hinaus eine rechtliche Vertretung für die Teilnahme in einer Gläubigerversammlung zu beauftragen. Gerade wenn ein wichtiges sogenanntes bedeutsames Rechtsgeschäft seitens des Insolvenzverwalters über das Vermögen des Insolvenzschuldners beabsichtigt ist, empfiehlt es sich genau zu überprüfen, ob dieses geplante Rechtsgeschäft im Sinne des Gläubigers ist. Sollte dies nicht der Fall sein, kann der Abschluss eines solchen Rechtsgeschäfts nur in der ersten Gläubigerversammlung erfolgen.

Rechtsanwalt
Sebastian Laufs

SGH Rechtsanwälte Kassel Rechtsanwalt Sebastian Laufs


05 61. 70026 – 0
info@sgh-kassel.de


Fachanwalt für Arbeitsrecht


Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

X